Weihnachtsferien

Seit meinem letzten Blogeintrag sind schon wieder einige Wochen vergangen. Die Zeit vergeht hier wie im Flug. Ab dem 25. November hatten wir Ferien. Die Ferien habe ich dazu genutzt, eine Freundin in Arusha zu besuchen. Sie ist dort Missionarin auf Zeit und unterrichtet an einer Berufsschule für Mädchen Deutsch und Englisch. Die Tage bis Weihnachten haben Thore und ich Dar Es Salaam näher erkundet. Kurz vor Weihnachten sind Thore und ich, zusammen mit dem Nationalen Tansanischen Olympischen Komitee nach Karatu gefahren. Dort fand ein Sport Festival, mit verschiedenen Laufwettkämpfen und einem Radrennen, statt. Eigentlich hieß es, dass Thore und ich dann bei verschiedenen Aufgaben mithelfen können. Im Endeffekt gab es für uns dann doch nicht wirklich was zu tun. Stattdessen haben wir einfach nur zugeschaut, was auch sehr interessant war, weil das alles Athleten waren, die auch auf internationaler Ebene starten.

Weihnachten haben wir in Karatu mit der Familie Bayi und Freunden verbracht. Im Gegensatz zu Deutschland gab es in Tansania überhaupt keine Vorweihnachtszeit. Und bei über 30 Grad bin ich nicht so richtig in Weihnachtstimmung gekommen. An Weihnachten, das hier am 25. Dezember gefeiert wird, sind wir alle mittags zu einer Lodge gefahren und haben dort ein sehr leckeres Buffet gegessen. Den restlichen Tag haben wir am Pool verbracht. Anders als in Deutschland gab es keine Bescherung oder ein gemütliches Zusammensitzen vor dem Christbaum. Obwohl ich natürlich meine Familie in Deutschland und das mir vertraute Weihnachtsfest vermisst habe, war es trotzdem ein sehr schönes, wenn auch anderes Weihnachten. Am 26. Dezember sind Thore und ich wieder zurück nach Kibaha gefahren, um unsere Sachen für eine Woche Sansibar zu packen.

Am 28. sind wir morgens nach Kimara zur Primary School gefahren, um von dort mit dem Fahrer zum Bahnhof in Dar Es Salaam zu fahren. Dort wollten wir um 16 Uhr die fünf Freiwilligen aus Sambia abholen. Am Bahnhof angekommen, haben wir erfahren, dass der Zug Verspätung hat und erst gegen 21:30 Uhr ankommen soll. Daraufhin sind wir zu einer Mall gefahren, haben dort etwas gegessen und die Zeit totgeschlagen. Am Abend haben wir uns dann wieder auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Dort angekommen, stand auf der Anzeigetafel, dass der Zug erst am nächsten Morgen ankommen wird. Da wir aber eigentlich die Fähre nach Sansibar am nächsten Morgen nehmen wollten, standen wir nun vor einem kleinen Problem. Wir sind also wieder zurück nach Kimara gefahren, haben dort übernachtet und sind am nächsten Morgen um fünf Uhr zur Fähre gefahren, um die Tickets für den nächsten Tag umzubuchen. Nachdem das erledigt war, sind wir wieder zum Bahnhof, um dort zu erfahren, dass der Zug doch erst gegen 13 Uhr ankommen soll. Deshalb sind wir wieder zurück nach Kimara gefahren und haben dort gewartet, bis es Zeit war, wieder zum Bahnhof zu fahren. Erst kurz vor 16 Uhr kam der Zug dann endlich mit fast 24 Stunden Verspätung an. Beschwert euch also nie mehr über die Deutsche Bahn :D.

Am nächsten Tag sind wir dann mit der Fähre nach Sansibar gefahren. Dort haben wir uns mit allen RUTS (Ruanda, Uganda, Tansania, Sambia) – Freiwilligen getroffen. Insgesamt waren wir 25 Leute. Wir haben in einem sehr neuen und schönen Hostel direkt am Strand gewohnt. Silvester haben wir am Strand beim Nachbarhotel gefeiert. Auf Sansibar ist Feuerwerk verboten, weshalb die Hotelmitarbeiter um null Uhr am Strand, Blätter, die in Form von der Zahl 2018 lagen, angezündet haben. Anschließend waren wir noch im Meer baden. Auch haben wir einen Ausflug nach Stone Town und Prison Island gemacht. Auf Prison Island gibt es Riesenschildkröten und türkisblaues Meer. Am vorletzten Tag haben wir noch eine Bootstour gemacht. Die Woche auf Sansibar war sehr schön und es war toll, alle mal wieder zu sehen und sich austauschen zu können.

Ab dem 9. Januar hat die Schule wieder angefangen. Da die Schüler aber nicht alle gleichzeitig angekommen sind, haben wir erst eine Woche später wieder mit dem Unterricht begonnen. Ich glaube, das war das erste Mal ein meinem Leben, dass ich mich nach den Ferien tatsächlich wieder auf die Schule gefreut habe😊 Letzte Woche konnten wir auch endlich mit unserer Deutsch AG starten. Geplant war eigentlich, dass wir die AG für alle Schüler der Secondary School anbieten und sie freiwillig daran teilnehmen können. Da Form II und Form IV dieses Jahr aber National Exams schreiben, dürfen sie leider nicht zu uns in den Unterricht kommen. Das gilt nicht nur für den Deutschunterricht, sondern leider auch für den Sportunterricht.  Zu unserer ersten Deutschstunde sind 19 interessierte Schüler gekommen. Wir haben erstmal mit den verschiedenen Begrüßungen und Verabschiedungen, sowie mit dem Alphabet angefangen.

Diese Woche Freitag werden wir den Schülern der Primary School in Kimara vorgestellt und können dann dort endlich mit einem halben Jahr Verspätung auch anfangen zu arbeiten.

 

Viele liebe Grüße!

Eure Lucie